Vortrag: Out im Office- Zur Arbeitssituation lesbischer, schwuler, bisexueller und Trans* Beschäftigter in Deutschland

Datum und Uhrzeit: 
30. Juni 2018 - 17:00
Veranstalter: 
SCHMIT-Z in Kooperation mit dem Förderverein der Karl-Marx-Ausstellungsgesellschaft
Veranstaltungsort: 
Museum am Dom, Labor, LebensWertArbeit

Referent: Florian Meinhold

Vorstellung der Studie „Out im Office“ - Zur Arbeitssituation lesbischer, schwuler, bisexueller und Trans* Beschäftigter in Deutschland

- Quantitative Befragung von LSBT*-Personen in Deutschland zu ihrer Arbeitsplatzsituation (erste Erhebung 2007)

- Bislang gibt es nur wenige quantitative Untersuchungen, die in geringem Umfang auch arbeitsplatzrelevante Themen betrachtet haben, und kaum qualitative Untersuchungen

- Erhebungszeitraum: 14.02.-03.05.2017

Auszug aus der Präsentation der Ergebnisse der Studie:

"Ob das Familienfoto auf dem Schreibtisch, der Small Talk über die Urlaubspläne mit der Partnerin oder die Einladung für den Partner zur Betriebsfeier – Heterosexuelle sprechen am Arbeitsplatz so selbstverständlich wie unbewusst über ihre sexuelle Identität. Obgleich immer mehr Lesben und Schwule diese Offenheit für sich ebenfalls in Anspruch nehmen, müssen sie weiterhin mit Belästigungen, Mobbing und Diskriminierungen am Arbeitsplatz rechnen. Das ist die zentrale Schlussfolgerung aus der heutigen Vorstellung der ersten Ergebnisse der Studie „Out im Office. Zur Arbeitssituation lesbischer, schwuler, bisexueller und Trans*-Beschäftigter in Deutschland“, durchgeführt von Dr. Dominic Frohn, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Diversity- & Antidiskriminierungsforschung (IDA). (…)

Was erleben LSBT nun bei einem Coming-out. Die Wahrscheinlichkeit deswegen diskriminiert, beleidigt oder benachteiligt zu werden hat sich gegenüber2007 nicht verringert. 3 von 4 berichten von negativen Erfahrungen – von Tratsch, Ignoranz und Mobbing bis hin zu körperlicher Aggression, sexueller Belästigung oder negativen Folgen für die Karriere im Unternehmen. Zwei Drittel erlebten voyeuristisch-gesteigerte Auseinandersetzung, 43% ignorierende Segregation und 39% sexuelle Belästigung. Zwei Drittel dieser Erfahrungen sind AGG-nahe Diskriminierungen, ein Fünftel sogar strafrechtlich relevant. Bisexuelle und trans* Befragte berichten noch mehr von nicht nur direkt arbeitsplatzrelevanter Diskriminierung. Insbesondere wenn der Arbeitgeber ein religiöser Träger ist, kann ein Coming-out die Kündigung nach sich ziehen. Denn für Religionsgemeinschaften gilt das AGG nach wie vor nicht. 2014 wurde das kirchliche Selbstbestimmungsrecht im Arbeitsrecht durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts bekräftigt.(…)“ (http://www.lsvd-blog.de/?p=15335)