Tätigkeitsberichte

... oder was wir eigentlich das Jahr über so machen

Bild zum Beitrag

Tätigkeitsbericht für den Zeitraum seit der letzten Mitgliederversammlung am 07.04.2017

 

Ehe für alle

Am 30.06.2017 wurde im Bundestag über die Ehe für alle abgestimmt. Dieses Ereignis wurde spontan am selben Abend gebührend im SCHMIT-Z gefeiert. Dabei wurde aber auch darauf hingewiesen, dass bei aller Freude über das Ergebnis der Abstimmung die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transidenten und Intersexuellen (LSBTI) in der Gesellschaft nicht beendet ist.
 

Sport

Unsere Volleyballgruppe Pritsch Deluxe trifft sich seit 2006 regelmäßig zum Training und hat auch schon an diversen Turnieren teilgenommen. Außer dieser Gruppe hatte das SCHMIT-Z bisher im Bereich Sport nicht viel anbieten können. Umso erfreulicher ist die Gründung der Rosa Tanzsportgarde, die im letzten Rosa Karneval ihre erfolgreiche Premiere hatte.
Zusätzlich werden ab Mitte Mai für zwei neue Sportkurse Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Der Gesundheitstrainer Machiko Dick wird im SCHMIT-Z einen Selbstverteidigungs- und Yogakurs anbieten.
Frauen


Frauen

Die Treffen der langjährig bestehenden Elledorado-Gruppe finden zurzeit leider nicht mehr statt. Durch Wegzug der Betreuerin und mangels neuer Verantwortlicher hat sich die Gruppe aufgelöst.
Der Frauennotruf Trier hat in Kooperation mit dem SCHMIT-Z zu Beginn dieses Jahres zur Frauenkneipe eingeladen. Dieses erste Treffen war mit 25 Teilnehmerinnen sehr gut besucht. Wir hoffen, dass dieser neue Versuch, einen Raum für Frauen anzubieten, sich weiter erfolgreich entwickelt.
Mitte Juni findet ein feministischer Poetry-Slam in unseren Räumen statt.
 

Umbaumaßnahmen Zentrum

Barrierefreier Eingang
Als Ort der Vielfalt möchten wir, dass auch Menschen, die auf den Rollstuhl oder den Rollator angewiesen sind, autonom unser Beratungsangebot nutzen können. Da das SCHMIT-Z kein öffentliches Gebäude ist und zurzeit keine Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung beschäftigt sind, gibt es leider bis dato keine öffentlichen Zuschüsse. Deshalb haben wir auf Facebook eine Spendenaktion für einen barrierefreien Eingang gestartet.

Baufortschritt
Nach Beendigung der 1. Bauphase (Umwandlung und Umbau der Büros), wurden im 2. Bauabschnitt im vergangenen Jahr die sanitären Anlagen erneuert. Dieser beinhaltete die Dacherneuerung, das Verputzen der Außenwand, neue Fenster und Türen sowie die Erneuerung von Fliesen und Keramik. Die Kosten hierfür wurden vom Vermieter übernommen.
Im Augenblick wird in der 3. Bauphase der Eingangsbereich verlegt und für die Barrierefreiheit vorbereitet. Nach Fertigstellung ist der Fassadenanstrich geplant; zusammen mit den neuen Regenbogenschildern erhält das SCHMIT-Z dadurch einen gepflegteren und freundlicheren Eindruck.
Ziel der 4. Bauphase ist die Vergrößerung und Modernisierung des Veranstaltungsraumes, außerdem wird der Lärmschutz zu den Wohnungen nach oben hin verstärkt. Durch die Neuaufteilung kann der Raum dann besser für Kultur- und Fortbildungsveranstaltungen genutzt werden. Diese Bauphase soll über einen Kredit finanziert werden.


Beratung

Wie bereits in den letzten Jahren wird die Beratung jeden Mittwoch als offene Sprechstunde zwischen 17-19 Uhr angeboten und von Bernd Geller (Aids-hilfe Trier) und Vincent Maron (SCHMIT Z e.V.) durchgeführt.
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 40 Personen beraten. Darunter 10 Personen, mit denen ein Mehrfachkontakt besteht. Dies ist meist bei Personen der Fall, die aufgrund der Komplexität und des Umfangs eine längere Begleitung benötigen (während des Coming-outs, Gespräche mit Eltern oder Leh-rern, Vorbereitung des Coming-out in der Schule). Des Weiteren werden vor allem queere Geflüchtete über einen längeren Zeitraum begleitet, da Gespräche mit Gerichten oder anderen Beratungsstellen notwendig sind.
Die überwiegende Anzahl der Beratungen bezog sich auf Hilfe beim Coming-Out, Transberatung, erlebte Ablehnung durch Freund_innen oder Kolleg_innen nach dem Outing oder Diskriminierung im Alltag.
Zusätzlich werden nach Vereinbarung auch Termine außerhalb der offenen Sprechstunde angeboten, was sehr gut angenommen wird.
Seit 2016 wird eine anonyme Dokumentation geführt. Die Altersspanne der Ratsuchenden erstreckt sich auf 13 bis 59 Jahre. 50 % der Betroffenen kommen aus dem Stadtgebiet Trier, 30 % aus dem Kreis Trier-Saarburg und 20 % aus umliegenden Landkreisen (Wittlich, Morbach, Bitburg).


Projekte, Kooperationen & Arbeitskreise


SCHLAU

SCHLAU Trier besteht derzeit aus 12 Teamenden (schwul, bisexuell, lesbisch und trans). Im Jahr 2017 wurden insgesamt 58 Workshops durchgeführt und damit ca. 1154 Schüler_innen erreicht. Anfragen erhalten wir vor allem von Schulen aus den Gemeinden der umliegenden Landkreise (Saarburg, Bitburg, Neuerburg, Morbach, Wittlich, Hermeskeil, Kaisersesch, Kyllburg u.a.). Im Vergleich zu 2016 wurde eine Steigerung der Anzahl der Workshops erreicht.
Die Rückmeldungen der Lehrkräfte sowie der Jugendlichen sind sehr positiv und wir pflegen einen guten und offenen Kontakt zu den Schulen. Zudem führte SCHLAU auch für die FSJ-Gruppen des Bistums Trier und des Club Aktiv e.V. Schulungen durch.
Das Team trifft sich einmal im Monat für eine interne Besprechung, plant gemeinsam die Einsätze und tauscht sich über neue Methoden und Ideen aus. Des Weiteren organisiert die Gruppe aus Trier das landesweite Bildungswochenende, an dem alle Teamenden aus Rheinland-Pfalz teilnehmen können. Dort steht vor allem die Methodenschulung im Vordergrund sowie Workshops zu neuen und der Gruppe noch unbekannten Themen (bspw. Asexualität).
Die Teamenden engagieren sich auch im Bereich des IDAHOBIT, CSD Trier und dem Sommerfest des SCHMIT-Z e.V.
 

Projekt Familienvielfalt (QueerNet RLP e.V.)

Das Projekt führte im Jahr 2017 15 Fortbildungen und Workshops für Fachpersonal aus der Kinder-, Jugend-, und Familienarbeit im Raum Trier, Trier-Saarburg und Bitburg durch. Den Einrichtungen stehen dabei für die Fortbildung Themenmodule zu sechs verschiedenen Bereichen zur Verfügung:

  •  Grundlagen LSBTI
  •  LSBTI und Alter
  •  Transidentität und Intersexualität
  •  LSBTI und Migration
  •  Beratung im Kontext LSBTI
  •  Regenbogenfamilien

Die Fortbildungen wurden im vergangenen Jahr vor allem von neuen Kooperationspartnern angefragt: Palais e.V., Katholische Familienbildungsstätte Bitburg, AWO Bitburg, Suchtberatungsstelle „Die Tür“, Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes Trier, Caritas Konz, Diakonie Trier.
Die Fortbildungen erfahren stets ein gutes Feedback und im Nachgang wird das Projekt bei bestimmten Fragestellungen oder Beratungsbedarf angefragt.
In Kontakt mit den anderen Koordinator_innen in den Städten Mainz, Koblenz und dem Landkreis Pfalz finden regelmäßig Treffen statt, zudem werden landesweite Aktionen und Fortbildungen geplant sowie der Kontakt zum Vorstand von QueerNet RLP e.V. gepflegt.


Netzwerkarbeit Jugend

Das SCHMIT-Z ist in folgenden Arbeitskreisen aus dem Bereich der kommunalen Jugendarbeit vertreten:

  • Jugendhilfeausschuss der Stadt Trier
  • Arbeitskreis Jungen,- und Mädchenarbeit
  • Netzwerk „Familienkompass“
  • Arbeitskreis Sexuelle Gesundheit (ehemalig Re-gionaler Aidsbeirat)
  • Orga-Team „Kick for colours“ in Kooperation mit dem Exhaus

Diese Arbeitskreise gehören zur Netzwerkarbeit und erhöhen die Sichtbarkeit unserer Angebote. Dort hat der SCHMIT-Z e.V. einen festen Platz und wird als Ansprechpartner rund um die Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt geschätzt und angefragt.
Im Juni 2017 wurde bereits zum zweiten Mal das Fußballturnier „Kick for colours“ durchgeführt, welches zum Ziel hat, junge Menschen unabhängig von Herkunft und geschlechtlicher/sexueller Identität für ein faires Fußballspiel zusammen zu bringen. Im Jahr 2017 haben 17 Teams teilgenommen und ca. 150 zusätzliche Besucher_innen waren im Palastgarten vor Ort. Die Siegerehrung fand im Anschluss im SCHMIT-Z statt.
Aufgrund der Netzwerkarbeit konnte erreicht werden, dass das SCHMIT-Z seit Anfang des Jahres mit einer Förderung von 25 % für die Personalstelle für Bildung und Beratung von der Stadt Trier bezuschusst wird.

 

Arbeitskreis "Queer & Kirche"

Anfang des Jahres 2017 wurden wir von der Gruppe „Homosexuelle und Kirche“ des LSVD Saarbrücken angefragt, im Rahmen der neuen Synodenforderungen des Bistums Trier („Schaffung von Angebo-ten für LSBTI im Kontext Kirche“), gemeinsame Forderungen und Ideen der Community an das Generealvikariat heranzutragen. Aus dieser Gruppe entstand schnell ein Arbeitskreis, der sich zu folgenden Themen in regelmäßigen Abständen trifft:

  • Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter_innen des Bistums aus dem Bereich KITA, Familien- und Jugendarbeit und Beratungsangebote
  • Angebot für LSBTI im Kontext Gemeinde (queere Gottesdienste, Segnung, Informationsabende)
  • Sensibilisierung des Bistums und dessen Akteur_innen zum Thema der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt und dem Kontext Diskriminierung und Coming-out
  • Sichtbares Zeichen des Bistums für Vielfalt
  • Ansprechperson für LSBTI im Generalvikariat
  • regelmäßige Treffen der Community im Bistum mit Vertreter_innen des Bistums

Mitglieder der Gruppe sind Vertreter_innen der HUK Saar, der Oase-Gruppe Trier, des SCHMIT-Z e.V. und der Abtei St. Matthias. Unterstützt wird unsere Gruppe durch die Mitarbeiterin Frau Madeline Garnier, Beauftragte für Sexualpädagogik im Bistum Trier.
Bereits im November 2017 und im März 2018 fand ein Treffen der Gruppe mit Vertreter_innen des Bis-tums statt: Frau Schabo (Direktorin Zentralbe-reich 1, Pastoral und Gesellschaft), Herr Binninger (Steuerungsbüro Kita) und Herr Perling (Familienbezogene Dienste).

Beide Gespräche waren sehr zielführend und wir konnten erreichen, dass das Personal aus dem Kita-Bereich im Jahr 2019 an einer Fortbildung teilnehmen wird; außerdem, dass unsere Angebote durch das Bistum veröffentlicht und weitergetragen werden. Geplant sind 2-3 Treffen im Jahr, um weitere Schritte zu besprechen und zu verwirklichen.


Kooperation Kulturgießerei Saarburg


Im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ führt das SCHMIT-Z gemeinsam mit Ehren- und Hauptamtlichen der Kulturgießerei in Saarburg eine selbsterstellte Ausstellung zum Thema „Verfolgung durch § 175 in der NS-Zeit“ durch.
Durch das SCHMITZ wurden die Texte für die Ausstellungswände erstellt sowie mit den Personen der Kulturgießerei regelmäßige Treffen zur Vorbereitung durchgeführt. Die finanzielle Förderung (Druck, Recherche und Layout) wird komplett durch das Bundesprogramm finanziert. Die Ausstellung wird am 27. April um 17 Uhr in der Kulturgießerei eröffnet und ist dort bis Sommer kostenfrei zu besichtigen.

Geplant ist ein zweiter Teil im Herbst 2018 zur Thematik „Verfolgung von Homosexuellen in der Nachkriegszeit“.


Ausblick

Im Rahmen des Karl-Marx-Jahres beteiligen wir uns mit einer eigenen Veranstaltungsreihe „Karl Marx queer gedacht“ im Zeitraum von Juni bis Juli.
Das 25-jährige Bestehen unseres Vereines feiern wir mit einer großen Gala am 27. Oktober in der Europahalle. Die Vorbereitungen hierfür sind bereits in vollem Gange.

Vorstand und Geschäftsführung
Trier, den 20. April 2018

 

Ältere Tätigkeitsberichte: